Der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) nimmt in der Schweiz eine führende Marktposition im Detailhandel ein. 14 Migros-eigene Produktionsbetriebe sowie mehrere hundert Drittlieferanten beliefern die rund 600 Filialen mit etwa 330.000 verschiedenen Artikeln. Daraus resultieren komplexe logistische Aufgaben. Die Lieferungen erfolgen weitgehend unter Verwendung von "Tauschgeräten" (TG). Darunter versteht die Migros "alle mehrfach zu verwendenden Behältnisse und Lademittel, welche in der Migros-Logistik eingesetzt werden"; dazu gehören insbesondere Paletten, Kunststoffgebinde und Roll-Container. Im Gegensatz zu anderen Einzelhändlern besitzen Kartongebinde bei der Migros geringe Bedeutung. Pro Jahr ergeben sich etwa 250 Mio. Bewegungen von Tauschgeräten.
Die mit der wirtschaftlichen Disposition von Lade- und Transporthilfsmitteln verbundenen Einsparungspotenziale werden oft unterschätzt. Die vorliegende Fallstudie macht die wirtschaftlichen und ökologischen Potenziale IT-gestützter Dispositionssysteme deutlich. Sie beschreibt das logistische Problem der Handhabung von Tauschgeräten, stellt Schwächen der zuvor bestehenden dezentralen Lösung dar, zeigt Vorteile des Übergangs auf ein zentralisiertes Tauschgeräte-Management und beschreibt die von Migros zusammen mit ihren Projektpartnern yellowworld AG und inet-logistics GmbH implementierte Lösung. In der Fallstudie stehen die im praktischen Betrieb des Tauschgeräte-Informations-Systems (TGIS) gewonnenen Erfahrungen im Vordergrund.
Knolmayer, Gerhard F./Dedopoulos, Ilias: Neugestaltung des Lademittel-Managements der Migros auf Basis von ASP, Band 13 der ausgewählten Fallstudien der Akademischen Partnerschaft ECR Deutschland, Köln 2006.