Im Jahre 2005 entstand in Gesprächen zwischen Henkel und Reckitt Benckiser der Plan für eine gemeinsame Auslieferung sowie Lagerung der Waren. Etwas später schloss sich ebenfalls Colgate der Idee an. Ausgangspunkt des Vorhabens war das Interesse des Handels an einem besserem Lieferservicegrad und regelmäßigerer Belieferung. Gleichzeitig sollten die Regalverfügbarkeit verbessert werden, indem unnötige Bestände wegfallen.
In Frankreich reisen die Artikel von Henkel im gleichen Lkw wie die Produkte von Colgate und Reckitt Benckiser zu den Distributionszentren. Die logistische Planung und Organisation übernimmt der neutrale Dienstleister Kühne + Nagel (K+N).
Neben den Vorteilen eines geringeren Diesel- sowie CO2-Verbrauchs können die Kooperationspartner eine wesentlich höhere Lieferfrequenz und Versorgung der Händler aufweisen. Die gemeinsam genutzten Lkw sind nun zu über 95 Prozent gefüllt. Vorher waren es gerade einmal 75 Prozent. Die mittlerweile Software-gesteuerte Ladungsverteilung und Auslastungssteuerung schafft eine effiziente Nutzung und spart nach Berechnungen von Henkel im Jahr 800.000 Liter Diesel und dementsprechend viel CO2. Gegenüber den üblichen Handelslagern konnte Henkel durch die Kooperation die Lieferfrequenz verdoppeln. Henkel-Logistik-Manager Dr. Torsten Pilz spricht von 98-99 Prozent Lieferservicegrad.
Obwohl auch andere Konsumgüterhersteller über den Aufbau weiterer Versorgungsnetze in Frankreich verhandeln, ist das System nicht für jeden Markt passend. In Deutschland sei Henkel laut Pilz aufgrund großer Volumina in der Lage, selbstständig volle Lkw auf den Weg zu senden. Unternehmen könnten zwar im Allgemeinen vom Logistik-Pooling profitieren, doch dauere es mindestens ein bis zwei Jahre bis sich ein Modell mit mehreren Parteien eingespielt habe.
Quelle: www-lz-net.de